Stefan Kretzschmar verteidigt Xavier Naidoo

Handballstar Stefan Kretzschmar hat bei Markus Lanz (Sendung vom 2. September 2014) Xavier Naidoo verteidigt. Ich habe dazu zwei Videos erstellt.

Hier die längere Fassung:

Er kritisiert dort auch die Medienpropaganda der Öffentlich-Rechtlichen (im ZDF!) in Sachen Russland und Ukraine. Ich habe auch die Passagen drin gelassen, in denen er über die Zeit nach der Wende spricht. Lanz vergleicht den Zustand dort sogar mit Anarchie. Nun, schön wär’s. Aber es wird schon deutlich, dass es kurz nach der Wende mal kurz so etwas wie Marktwirtschaft gab, bis der Staat natürlich eingriff.

Hier eine dreiminütige Fassung mit den wichtigsten Aussagen:

Auffällig ist natürlich wie Lanz sofort abwürgt, als Kretzschmar den Spiegel-Artikel über Xavier Naidoo erwähnt. Denn sonst hätte man ja den Inhalt diskutieren müssen. Aber immerhin springt er Naidoo zur Seite und weist daraufhin, dass jeder, der ihn kenne, wüsste, dass er nicht rechts ist.

Überhaupt scheint mir Lanz immer mal wieder zu versuchen, die Wahrheit durchscheinen zu lassen. Immerhin hatte er einen Gast zum Thema Nato-Terrortruppe Gladio:

Aber Lanz muss eben auch aufpassen, seinen Job zu behalten.

Zurück zu Kretzschmar. Er hatte im März 2014 meinen Kopp-Artikel zu Uli Hoeneß auf Facebook gepostet, in dem ich unter anderem erkläre, dass Steuern Diebstahl sind. Der Post wurde 180 mal geteilt, wodurch der Artikel ein Jahr nach Erscheinen wieder auf Platz 1 bei Kopp landete. In der Diskussion unter dem Post zog er auch nicht den Schwanz ein, als er den üblichen Gegenwind von gehirngewaschenen Fans bekam. Solche Männer braucht das Land!

Das macht ihn jetzt noch nicht zu einem Libertären, aber ich vermute mal, viel fehlt da nicht. Er war ja schon einmal in der Szene „linker Anarchisten“ (ein Widerspruch in sich), so weit ist der Schritt da nicht. Auf jeden Fall ist er systemkritisch und durchschaut die Medienpropaganda.

Es fällt schon auf, dass es gerade die Individualisten unter den Promis sind, die sich aus der Deckung wagen. Diejenigen, die sich noch nie allzu viel Sorgen um ihr Image gemacht haben, sondern einfach ihr Ding durchziehen. Da die Menschen nicht so dumm sind, wie sie allzu oft gemacht werden, trägt aber genau das zu ihrer Popularität bei. Natürlich polarisiert man dann und hat mehr Gegenwind. Dafür sind die Fans, die man dadurch gewinnt, aber auch treuer. Es bleibt zu hoffen, dass sich noch mehr Prominente trauen, dem Mainstream entgegenzutreten.

Eigentlich warte ich ja immer noch darauf, dass Oliver Kahn auch abseits der Sportarena seine „Eier“ wieder findet. Meine Bücher hat er jedenfalls schon lange, und Roland Baader’s Buch „Geld, Gold und Gottspieler“ hat er auch bereits gelesen. Dem Kretzsche werde ich meine Bücher natürlich auch schicken, falls er sie noch nicht kennt…